1889-1892: Kein Verzicht auf Freibier: Heinrich Heinickel

Die Amtszeit Heinickels ist durch einen Streit ums Freibier aktenkundig geworden. Im Sommer 1890 spielte die Städtische Musik an einem Sonntag in der Vorstadt. Metzger Nepomuk Vollmer, der in der Nähe wohnte, versprach fürs kommende Mal ein Fass Bier zu 40 Litern. Da er beim nächsten Konzert in der Vorstadt nicht anwesend war, tranken die Musiker das Bier beim späteren Cäcilienkonzert im „Löwen“. Vollmer lehnte es jedoch ab, die Rechnung zu begleichen. Das Bier müsse bei „Bierwirth Gießler in der Vorstadt“ getrunken werde.

Drei Wochen später begaben sich die Musiker an den gewünschten Ort, kippten 40 Liter Bier und glaubten so alle Voraussetzungen erfüllt zu haben. Vollmer lehnte die Bezahlung jedoch erneut ab und ließ sich eine andere Ausrede einfallen. Er sei betrunken gewesen, als er das Versprechen gegeben habe. Nun zogen die Musiker vor das Stadtgericht. Bürgermeister Fischer verurteilte den Metzger auf Begleichung des zugesagten Quantums. Dass die Musiker inzwischen das Dreifache getrunken hatten, war ihr Problem. Wenn es denn eines war.